Wesen und Erscheinung der Anthroposophie





6. Die gegenwärtige Wissenschaft zerstört das Leben, statt es zu schützen

Die Anwendung der mechanistischen Denkweise auf das Leben hat die Zerstörung des Lebens zur Folge. Die Anwendung der mechanistischen Denkweise auf das seelische Leben hat die Verelendung der Seele und die Zunahme seelischer Erkrankungen zur Folge. Die Anwendung der mechanistischen Denkweise auf den Geist hat die exponentielle Vermehrung von geistigen Krankheitszuständen zur Folge. Die neuzeitliche Wissenschaft hat keine Kriege verhindert, sondern lediglich die Methoden der Kriegsführung und der Massentötung perfektioniert. Der industriellen Massenproduktion, die ein Ergebnis der Anwendung des technokratischen Denkens auf den Produktionsprozeß ist, steht die industrielle Massentötung gegenüber, in der die grenzenlose Entwertung des menschlichen Lebens, ja jeglichen Lebens, manifest wird. Die moderne, hochtechnisierte Medizin feiert ihre Pyrrhussiege über die letzten Geisseln der Menschheit, indem sie ihre Trophäen auf Hekatomben hingemarterter Lebewesen errichtet. Gegenwärtig beginnen Wissenschaftler - veranlaßt durch die Explosion der Gesundheitskosten - über vertretbare Formen der Selektion nachzudenken. Nachdem die Anwendung der Wissenschaft auf das Leben zu einer exponentiellen Vermehrung der Kosten des Gesundheitswesens geführt hat, weil sie die Menschen immer kränker macht, strebt die Wissenschaft danach, nun das eigentliche Problem zu beseitigen: den kranken Menschen. Eine andere soziale Folge der neuzeitlichen Entwicklung ist die Etablierung von wissenschaftlich-technokratischen und politischen Eliten, die die Macht unter sich aufteilen, denen eine immer stärker verelendende Masse von Erwerbstätigen oder Erwerbslosen gegenübersteht, die von der Gestaltung der sozialen Verhältnisse weitgehend ausgeschlossen ist, am Tropf der Wohlfahrt hängt und mit den Segnungen der Massenkommunikationsmittel in einem permanenten Dämmerzustand gehalten wird.

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