Wesen und Erscheinung der Anthroposophie





12. Leben und Bildekraft, Gesundheit und Krankheit

Durch den Einsatz dieser Beobachtungswerkzeuge und die Anwendung der entsprechenden Beobachtungsverfahren ist in der Anthroposophie eine Fülle von Kenntnissen entstanden, die eine differenzierte Anschauung der Lebenskräfte, des Wesens der Seele und des Geistes einschließen. Die Geistesforschung erbrachte den positiven Befund, daß der menschliche Körper kein sich selbst organisierendes System ist, sondern von einem eigenständigen System von Kräften aufgebaut wird, das in der Anthroposophie als Bildekräfteleib oder Ätherleib bezeichnet wird. Was in der Embryonalzeit und in der Kindheit und Jugend nach der Geburt Gestalt annimmt, ist ein Ergebnis der gestaltenden Kraft dieser ätherischen Organisation, die nicht nur die Fähigkeit der Bildung und Umbildung der leiblichen Formen des Menschen in sich birgt, sondern auch für die Anverwandlung der von außen aufgenommenen Stoffe verantwortlich ist. Sie erhält auch, entgegen den desorganisierenden physikalischen und chemischen Kräften diese Gestalt am Leben und in ihrer relativ stabilen Form und wirkt den immer vorhandenen Tendenzen zur Erkrankung entgegen. Krankheiten sind demnach auf eine Beeinträchtigung der Wirksamkeit dieser ätherischen Organisation zurückzuführen.

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