Wesen und Erscheinung der Anthroposophie
11. Der anthroposophische Forscher - ein abendländischer Schamane
Die von der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft praktizierten Erkenntnismethoden entwickeln an Seele und Geist des Menschen Beobachtungsorgane und Beobachtungstechniken, die eine unmittelbare Erfahrung der Wirklichkeit von Seele und Geist ermöglichen. Diese Erfahrungsform ist mit aus archaischen Traditionen bekannten Ekstasetechniken verwandt, beruht aber nicht auf einem Fremdeinfluß auf das menschliche Bewußtsein durch den Konsum bewußtseinsverändernder Substanzen (Drogen), sondern stellt eine durch rein seelische Techniken hervorgerufene, selbstinduzierte geistige Erfahrungsform dar, durch die die Seele des betreffenden Forschers zu einer Anschauung der seelischen und geistigen Dimension der Wirklichkeit gelangt, die der sinnlichen Beobachtung nicht zugänglich ist. Diese Erfahrungsform kann auch auf die Naturreiche angewandt werden, was zu Beobachtungen der in den Naturreichen wirksamen seelischen und geistigen Wesen führt. Diese Beobachtungen liegen zum Beispiel der anthroposophisch erweiterten Medizin und ihrer Heilmittellehre oder der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und ihren Produktionsverfahren zugrunde. Im Mittelpunkt der Ausbildung des Geistesforschers stehen bestimmte Meditationstechniken, die an der menschlichen Seele Beobachtungsorgane ausbilden (Chakren), die zur Erforschung der seelisch-geistigen Wirklichkeit eingesetzt werden können.